Über Stilfindung (It’s all about the feed)

Irgendwann ist man fotografisch auf einem Level, dass man vieles kann, sowohl technisch, als auch künstlerisch.
Aber wenn man sich alle seine Bilder anschaut, sieht man einfach kein Muster. Keine stilistischen Merkmale, die alle Bilder betreffen.
Wenn man das mal an Instagram Accounts veranschaulicht, hat man zwar viele gute einzelne Bilder, aber der Feed sieht durcheinandergewürfelt aus, tausend verschiedene Bilder ohne Wiedererkennungswert.

Ich selber hatte dieses Problem lange. Irgendwann habe ich dann angefangen, Dreierreihen zu bauen, damit der Feed schöner aussieht.
Auf den ersten Blick tut er das auch, aber eben nur auf den ersten Blick. Aber dann kann man eben immer nur 3 Bilder auf einmal posten. Außerdem löst das immer noch nicht das Problem, falls man es denn so nennen kann, dass man nun mal keine eigene Handschrift hat, Ich will, dass meine Follower ahnen können, dass ein Bild von mir ist, wenn sie die Bilder durchscrollen. Hört sich irgendwie ein bisschen egoistisch an. Ist es vielleicht auch.

Jedenfalls dachte ich mir dann irgendwann, ich versuche herauszufinden, welche Art von Bildern ich am liebsten mag und versuchte einen Stil zu kreieren. Einzigartig kann er nicht sein, das ist mir auch bewusst, denn bei Millionen oder wahrscheinlich sogar Milliarden von Bildern hat es nun mal alles schon gegeben. Bei mir ist es nun folgendes geworden: athmosphärische, düstere, cinematische Bilder sollen es sein, oft 35 Millimeter mit möglichst offener Blende. Manchmal verbringe ich Stunden damit, die Graduationskurven einzelner Bilder anzupassen. Das wird vermutlich niemand bemerken, aber das ist mir egal. Ich fotografiere und bearbeite für mich, weil es mir Spaß macht.
Wenn die Bilder anderen auch gefallen, um so schöner.

Worauf ich eigentlich hinaus will: Stilfindung in der Fotografie ist wahrscheinlich einer der schwersten Prozesse, aber es ist einfach ein tolles Gefühl seinen Feed beziehungsweise seine Bilder anzuschauen und sagen zu können „Ja, das ist typisch für meine Art der Bilder“.
Ich bin gespannt, wie lange ich meinem aktuellen Stil treu bleiben werde, denn irgendetwas sagt mir, dass Stilfindung ein unendlicher Prozess ist, der nicht auf einmal stoppt. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so.

So, das wars auch schon wieder, bin ja gespannt, ob hier überhaupt noch jemand mit liest. Kommentiert doch mal eure Gedanken zu dem Thema 🙂

2 thoughts on “Über Stilfindung (It’s all about the feed)

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