Eine Woche ohne Instagram, Facebook und co (+ Test von Apples Bildschirmzeit Feature in iOS 12) 

Vielleicht mag es erst einmal komisch klingen, dass ich als Medienstudent, Social Media Addict und jemand, der mit sozialen Netzwerken (teilweise) sein Geld verdient, ausprobieren will, eine Zeit lang ohne soziale Netzwerke zu leben. 

Aber schon länger fragte ich mich, ob ich es überhaupt noch aushalten könnte, ohne social media zu leben bzw wenn ja, ob es mich glücklicher oder unglücklicher macht – oder vielleicht gar nicht so viel ändert. 

Anlässlich des neuen „Bildschirmzeit“ Features von iOS 12 und meines Urlaubes probierte ich also aus, 6 Tage ohne Instagram, Twitter, Facebook und Snapchat zu leben. 

Ursprünglich wollte ich auch auf WhatsApp verzichten, aber schon am ersten Tag erschuf ich folgende, vielleicht als Erklärung getarnte Ausrede für WhatsApp:

  1. Eigentlich ist WhatsApp eher ein reiner Messenger, als ein soziales Netzwerk
  2. Bei WhatsApp geht es weniger um Selbstdarstellung, als um normale Kommunikation mit Freunden und Familie, was ja nichts schlechtes ist
  3. In meinem Fall war WhatsApp nie ein sehr großer Zeitfresser, ganz im Gegenteil zu Instagram

Im Folgenden meine Erfahrungen: 

  1. Der erste Tag war zugegebenermaßen etwas anstrengend, aber schon am zweiten Tag fühlte ich mich ziemlich entspannt, da ich mich nicht mehr mit Informationen zugebombt habe
  2. Ich nahm meine Umwelt deutlich intensiver wahr und hatte so letztendlich mehr von meinem Urlaub (Trip nach Barcelona) 
  3. Wenn ich dann doch mal am Handy war, habe ich jetzt mehr mit Freunden als Followern geschrieben und generell mehr Zeitung gelesen als weitestgehend sinnlose Facebook Postings  

Der ein oder andere aus meinem Bekanntenkreis wird nun sicher entgegnen: 

„Aber du bist doch der größte Instagram Suchti, was ist mit Instagram?!“

Dazu muss ich sagen, dass ich letztendlich genau so viel fotografiert und gefilmt habe, wie ich es auf Reisen auch sonst tue, mit dem einzigen Unterschied, dass ich viel entspannter fotografierte, da nicht der Drang besteht, die Bilder sofort in die Story zu packen. Stattdessen kann man am Abend entspannt die Bilder angucken, und sie dann eben nach dem Urlaub posten, wenn man dann noch den Drang hat, sie zu veröffentlichen. Ich habe das Gefühl, in der aktuellen Zeit haben viele von uns vergessen, für wen sie leben: für ihre Follower oder für sich selbst? 

Fazit Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung und dank des „Bildschirmzeit“ Features von iOS 12 konnte ich der Versuchung tatsächlich leichter widerstehen. Schön wäre noch, wenn man nicht nur einzelne Kategorien, sondern auch für bestimmte Apps bestimmte Regeln vergeben könnte, z.B. will ich WhatsApp natürlich dauerhaft nutzen.

Natürlich werde ich nicht komplett auf soziale Medien verzichten. Aber ich kann mich durchaus mit dem Gedanken anfreunden, eventuell die Zeit auf zum Beispiel eine Stunde am Tag zu reglementieren. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.